Archive for the ‘Wissenswertes rund um die Hochzeit’ Category

Hochzeitsbräuche

Mittwoch, März 25th, 2009

Natürlich bin auch ich hin und wieder auf einer Hochzeit eingeladen und obwohl jede Hochzeit individuell und einzigartig ist, gibt es dennoch Elemente, die sich bei vielen Feiern wiederholen, wie zum Beispiel das Werfen des Brautstraußes. Ich frage mich dann immer woher diese Bräuche kommen und was sie bedeuten. Also habe ich ein bisschen recherchiert und hier das Ergebnis:

(Natürlich erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann gern erweitert werden)

Vor der Trauung:

Polterabend

Kurz vor der Hochzeit, traditionell am Vorabend der Trauung, wird der Polterabend gefeiert. Die Gäste bringen altes Geschirr oder Dachziegel oder, oder oder mit. In der Einfahrt vom Haus werden diese Mitbringsel dann zerschlagen. Am späten Abend bleibt es dann dem zukünftigen Brautpaar überlassen die Scherben wieder zusammen zu fegen.

Wie so viele andere Bräuche hat dieser seinen Ursprung in der Angst vor den Dämonen. Da diese lärmempfindlich sind, gibt es kaum ein besseres Mittel um sie zu vertreiben, als ordentlich Krach zu machen. Und bekanntlich bringen Scherben ja auch Glück, allerdings dürfen sie auf keinen Fall aus Glas sein, da auch Glas ein Symbol für Glück ist und deshalb nicht zerbrochen werden sollte. Außerdem bereitet das anschließende Aufräumen der Scherben die Eheleute darauf vor, dass auch zukünftig viele Hindernisse auf sie zukommen werden, die sie gemeinsam überwinden müssen.

Brautkleid

Das Brautkleid, meist das teuerste Kleid im Leben einer Frau, wird nach alter Tradition meist zusammen mit Freundin, Schwester oder Mutter gekauft. Der Bräutigam sollte auf keinen Fall mitgenommen werden, da dies Unglück bringen soll. Auch hier spielt wieder die Angst vor den Dämonen eine Rolle, denn das Schöne (natürlich die Braut) musste sich vor der Zerstörungswut der Dämonen in Acht nehmen. Aus diesem Grund trugen am Tag der Hochzeit früher auch die Brautjungfern ein ähnliches Kleid wie die Braut. Üblicherweise wurde früher einfach das “beste Kleid” als Hochzeitskleid getragen, erst in neuerer Zeit entstand der Trend zu exklusiven weißen und cremefarbenen Kleidern, die extra für die Hochzeit gekauft werden.

Brautjungfern

Um die Dämonen zusätzlich zu verwirren und das Brautpaar zu beschützen, versteckte man die Braut zwischen den Jungfern und den Bräuigam zwischen gleichatrigen Männern der Hochzeitsgesellschaft. So waren sie vor mißgünstigen Geistern geschützt.

Brautschleier

Brautkleid-tanja-schleier in

Früher war der Brautschleier das einzige weiße Kleidungsstück, das eine Braut trug, auch dieser diente zum Schutz vor Dämonen und bösen Geistern und stand gleichzeitig für die Jungfräulichkeit.

BrautstraußBrautstraus1-241x300 in


Traditionell besorgt heute der Bräutigam den Brautstrauß und überreicht ihn seiner Frau vor dem Einzug in die Kirche bzw. ins Standesamt. In Mitteleuropa und Amerika ist es Brauch, dass sich am Ende der Hochzeitsfeier alle unverheirateten Frauen versammeln und die Braut ihnen den Rücken zukehrt und ihren Strauß über die Schulter in die Menge wirft. Wer ihn fängt, heiratet als nächste.

Während es Blumen als Hochzeitsdekoration in der Kirche schon immer gab, findet der Brautstrauß erstmals Erwähnung in der Rennaisance. Damals diente er als reiner Duftstrauß, um die Braut vor Ohnmachtsanfällen zu schützen, da die Luft in der Kirche, durch die damals üblicherweise vernachlässigte Körperhygiene sowie den exzessiven Einsatz von Weihrauch, nicht besonders angenehm war.

Brautschuh

Früher war es üblich, dass die Braut ihren Brautschuh mit Pfennigen, heute natürlich mit Cents, bezahlte. Obwohl dies natürlich in den Geschäften nicht wirklich für Begeisterungsstürme sorgt, hat dieser Brauch doch durchaus einen Sinn, denn die Braut sollte dadurch ihre Sparsamkeit unter Beweis stellen. Außerdem sollte die Braut während des Hochzeitstages einen Cent in ihren Schuh legen, dies soll dafür sorgen, dass das Brautpaar nie finanzielle Sorgen haben wird. In einigen Regionen wird im Lauf der Feier der Braut ihr Schuh entwendet und unter den Hochzeitsgästen symbolisch versteigert. Zum Schluss muss der Bräutigam den Schuh mit dem gesammelten Geld zurückkaufen, das Geld verbleibt beim Brautpaar und die Braut erhält ihren Schuh zurück.

Hochzeitsschmuck

Eigentlich sollte die Braut am Tag der Hochzeit auf Schmuck verzichten, da sie auch ohne schön genug ist, und der Ehering ihr einziges Schmuckstück sein sollte. Wer gar nicht auf Schmuck verzichten mag, sollte an diesem Tag daher zu Perlen greifen, denn sie stehen für Reinheit und Treue.

Trauringe

Eheringe-292x300 in

Der Trauring gilt Zeichen für Verbundenheit und immer währende Liebe, er hat kein Anfang und kein Ende. Er soll das Brautpaar ein Leben lang auch an die gegenseitige Achtung erinnern. Schon die alten Germanen sahen in ihm ein Symbol der Liebe und Treue.

Something old, something new……

Dieser Brauch stammt aus Englang und erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit. Komplett heißt der Spruch: „Something old, something new, something borrowed, something blue and a lucky six-pence in your shoe”. Frei übersetzt bedeutet dies: “Etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes, etwas Blaues und ein Glückspfennig (sorry Cent) in deinem Schuh”. Natürlich bezieht sich dieser Spruch auf Dinge die die Braut am Tag ihrer Hochzeit tragen bzw. bei sich haben soll. „Etwas Altes“, steht als Zeichen für das alte Leben, das die Braut hinter sich lässt. „Etwas Neues“, gilt als Symbol für den neuen Lebensabschnitt den sie jetzt beginnt. „Etwas Geliehenes“, am besten von einer glücklich verheirateten Ehefrau, soll auch der Braut Glück in der Ehe bescheren. „Etwas Blaues“, meist das Strumpfband, steht für die Treue und das mit dem Glückspfennig im Brautschuh, als Schutz vor finanziellen Problemen, hatten wir ja schon beim Thema Brautschuh.

In und nach der Kirche (alternativ natürlich Standesamt):

Kerzen

Kerzen sollten unbedingt ruhig brennen, denn flackernde Kerzen deuten auf eine stürmische Ehe hin.

Blumenkinder

Das Streuen der Blumen soll den Weg in das neue Eheleben bunt und fröhlich gestalten, außerdem sollen durch den lieblichen, süßen Duft der Blumen die Fruchtbarkeitsgöttinen angelockt werden, was für reichlich Nachwuchs sorgen soll. Aber da in vielen Kirchen sehr empfindliche Steinböden verlegt sind, besser erst draußen streuen.

Reis

Der Brauch des „Reiswerfens“ ist mittlerweile eher umstritten, da viele die Verschwendung von Lebensmitteln ablehnen. Ursprünglich sollte durch den Reis die Fruchtbarkeit symbolisiert werden. Wurden die Eheleute also mit Reis beworfen wünschte man Ihnen damit viele Nachkommen.

Torsymbol

Oft muss das Brautpaar beim Verlassen der Kirche ein symbolisches Tor durchschreiten. Dies können entweder Rosenbögen sein die über das Ehepaar gehalten werden oder auch ein Bettlaken oder ähnliches, welches von den Brautleuten zerschnitten und durchschritten werden muss oder oder oder. Manchmal steht auch die Hochzeitsgesellschaft Spalier und behindert mit z. B. Besen, Stöcken o.ä. das Brautpaar am Vorankommen. All diese verschiedenen Varianten symbolisieren das Betreten eines neuen gemeinsamen Lebensabschnitts für das Brautpaar, außerdem sollen die Eheleute beweisen, dass sie zukünftige Schwierigkeiten gemeinsam lösen können.

Hochzeitstage

Samstag, März 21st, 2009

Der Hochzeitstag soll der schönste Tag im Leben sein und deshalb wird er mit viel Sorgfalt geplant. Und natürlich möchte man sich an diesen Tag auch immer wieder erinnern, darum wird der Tag der Hochzeit jedes Jahr gefeiert. Diese Tradition reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ihren Ursprung haben die heutigen Namen der Hochzeitstage meist in langjährigen regionalen Traditionen oder sie lassen sich von den Gegenständen ableiten, die an diesen Tagen geschenkt wurden.

Tag der Trauung: Grüne Hochzeit

Im Volksmund so genannt, weil die Eheleute noch “grün” hinter den Ohren sind. Außerdem ist grün die Farbe der Hoffnung.

1 Jahr: Baumwollene Hochzeit oder Papierhochzeit

Die Ehe ist noch papierdünn und gleicht einem unbeschriebenen Blatt. Man schenkt praktisches aus Baumwolle.

3 Jahre: Lederne Hochzeit

Die Ehe ist fester geworden, der Ehealltag hat sie wie Leder “gegerbt”. Man schenkt Accessoires aus Leder.

4 Jahre: Seidenhochzeit

Man schenkt Seidentücher, Seidenwäsche usw.

5 Jahre: Hölzerne Hochzeit

Die Ehe schein Bestand zu haben, wie Holz. Man schenkt etwas Beständiges.

6 ½ Jahre: Zinnerne Hochzeit

Die Ehe wird beständiger und fester, so wie Zinn ein festeres Material als die vorher gehenden ist.

7 Jahre: Kupferne Hochzeit

Die Ehe hat durch den Alltag Patina angesetzt, wie Kupfer. Deshalb sollte sie neu aufpoliert werden. Nicht umsonst spricht man auch vom verflixten siebten Jahr in dem so manche Ehe auf dem Prüfstand steht. Man schenkt Kupferpfennige (Cent), natürlich frisch poliert, als Glücksbringer.

10 Jahre: Rosenhochzeit

Die Eheleute haben nun schon einige Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt. So wie Rosen auch Schönes mit Stacheligem verbinden. Man schenkt rote Rosen als Zeichen der Liebe.

12 ½ Jahre: Petersilienhochzeit

Die Petersilienhochzeit bezeichnet die Mitte zwischen grüner und silberner Hochzeit. Die Ehe hat Bestand soll aber gleichzeitig frisch und “neu” bleiben. In manchen Regionen laden sich die Gäste selbst ein und bringen auch die Verpflegung mit, natürlich darf ein Petersiliensträußchen nicht fehlen.

15 Jahre: Kristallhochzeit oder Gläserne Hochzeit

Nach so vielen Ehejahren kennen sich die Eheleute gut. Das Glas verkörpert diese Transparenz und Klarheit, die in der Ehe jetzt herrschen sollte, aber es ist auch zer-brechlich. Man schenkt schönes oder nützliches aus Glas oder Kristall.

20 Jahre: Porzellanhochzeit

Die Ehe ist jetzt noch haltbarer und beständiger als bei der Glashochzeit, aber Vorsicht auch Porzellan bricht leicht. Man schenkt neues Porzellan, da bestimmt schon einiges zu Bruch gegangen ist.

25 Jahre: Silberne Hochzeit

Die Ehe hat nun nach einem Vierteljahrhundert ihren bleibenden Wert unter Beweis gestellt. Meist wird ein großes Fest gefeiert. Man schenkt Silber-Accessoires.

30 Jahre: Perlenhochzeit

So wertvoll wie die Perlen und so lange gewachsen ist die Ehe nun. Der Ehemann schenkt seiner Frau traditionell eine Perlenkette mit 30 Perlen. Die Perlen dürfen ruhig leicht unterschiedlich in Form und Größe sein, dies symbolisiert die vielen verschiedenen Stationen im Eheleben.

35 Jahre: Leinwandhochzeit

Nun nach so vielen Jahren hat die Ehe so manche Zerreißprobe bestanden. In den Jahren ist die Aussteuer verschlissen und aufgebraucht. Neues muss angeschafft werden, wie z. B. Bettwäsche, Handtücher usw. In früherer Zeit ließen sich in diesem Zeitabschnitt viele Ehepaare porträtieren, also auf Leinwand festhalten.

37 ½ Jahre: Aluminiumhochzeit

Die Ehe und das Glück haben sich als dauerhaft erwiesen. Im Volksmund sagt man „Alte Liebe rostet nicht“ und Aluminium ist ein Werkstoff der nicht rostet. Man schenkt Gegenstände die an die vergangenen Ehejahre erinnern.

40 Jahre: Rubinhochzeit

Der Rubin symbolisiert das Feuer, das Leben und die Liebe. Traditionsgemäß lässt der Ehemann einen funkelnden Rubin in den Ehering seiner Frau einsetzen und überreicht in ihr am Hochzeitstag.

50 Jahre: Goldene Hochzeit

So wertvoll wie Gold ist die Ehe nach 50 Jahren. Das Brautpaar besiegelt erneut den Bund fürs Leben, oft wird dies durch die Wiederholung der kirchlichen Trauung bekräftigt. Die inzwischen doch stark abgenutzten Eheringe werden durch neue ersetzt.

60 Jahre: Diamantene Hochzeit

Ein Diamant ist der schönste und wertvollste Edelstein, außerdem steht er für Liebe und Unvergänglichkeit. Und nach 60 Jahren kann man voll getrost sagen, dass diese Ehe nichts mehr angreifen kann. Traditionell erhält die Braut einen Diamantring als Geschenk.

65 Jahre: Eiserne Hochzeit

Das Eisen ist ein Werkstoff der sich kaum verbiegen und nur bei sehr hohen Temperaturen schmelzen lässt. Auch die Eheleute haben einen „eisernen“ Willen bewiesen und sich ihre Liebe durch alle Höhen und Tiefen bewahrt.

67 ½ Jahre: Steinerne Hochzeit

Nach so vielen Jahren Ehe ist die Liebe der Eheleute stark wie ein Felsen.

70 Jahre: Gnadenhochzeit

Da es nur wenigen Paaren vergönnt ist so lange zusammen alt zu werden und eine gute Ehe zu führen, spricht man von Gnadenhochzeit. Da dieses Jubiläum nur selten gefeiert werden kann, wird oft auch das öffentliche Interesse geweckt und Presse und Bürgermeister kommen um zu gratulieren.

75 Jahre: Kronjuwelenhochzeit

So kostbar, edel und haltbar wie die Kronjuwelen ist eine Ehe, die 75 Jahre überdauert. Auch an diesem Tag muss das Brautpaar damit rechnen, dass der Bürgermeister und eventuell die Presse zum gratulieren kommt.